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Alle Erwartungen übertroffen

13.11.2009

Neustadt – Die freundlichen Menschen, die hohe Disziplin, die gute Teamarbeit, die starke Bindung an den Arbeitsplatz aber auch die guten Beziehungen von Patienten und dem Pflegepersonal haben elf Palästinenser besonders beeindruckt. Voller positiver Eindrücke aber auch mit großem Elan kehren sie am Montag ins Westjordanland zurück. Damit endet für sie ein fünfwöchiges Praktikum in norddeutschen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. In Palästina wollen die meist jungen Menschen nun das in Neustadt, Hildesheim und Hannover Erlernte anwenden und umsetzen.

Der 49-jährige Dr. Yazid Shammout, Geschäftsführer der DANA Senioreneinrichtungen GmbH und zugleich Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinde in Hannover, ist der Initiator des erstmals in Europa angebotenen Projektes. Er fasst es als „Know-How-Transfer“ und Erfahrungsaustausch zusammen. Shammout hat das Projekt privat, ohne politisches Zutun und ohne viel Geld ins Rollen gebracht. „Wir haben in Palästina besonders Menschen kleiner Schichten für das Projekt begeistert“, freut er sich mit einem Blick zurück. Denn: „Das Projekt hat alle Erwartungen übertroffen.“

Die elf palästinensischen Praktikanten waren zum Teil in der Intensivpflege der Neustädter Schön-Klinik bei Professor Dr. Pavel Dufek, dem Krankenhaus in Hildesheim oder in den DANA-Pflegeheimen Neustadt und Hannover eingesetzt. Sie schauten nicht nur dem Personal über die Schultern, sondern packten auch mit an. So unterstützte die 29-jährige Sumaya Taradat aus Hebron das Ärzte-Team im Neustädter Klinikum auch bei der Operation eines kuwaitischen Patienten der während der Operation von ihr in seiner Heimatsprache angesprochen wurde, um den Erfolg der Operation zu überprüfen.

Professor Dr. Pavel Dufek, ärztlicher Direktor des Neustädter Klinikums, hatte sich bei einem Besuch in der Region selbst ein Bild von den Bedürfnissen der Menschen gemacht: „Ein medizinischer Austausch ist sehr wichtig“, sagte Dufek und lobte das hohe fachliche Niveau seiner Praktikanten aber auch die hohe Akzeptanz bei seinen Mitarbeitern. Medizin kenne nun mal keine Grenzen. Dufek stellte in Aussicht, dass Ärzte aus Neustadt auch ein Praktikum in Palästina absolvieren. Hier gehe es besonders um die Behandlung von Kriegsverletzungen.

Neustadts Bürgermeister Henning Reimann, der bei der Verabschiedung der Praktikanten am Donnerstag in Neustadt dabei war, wies auf den Titel Neustadts als „Europastadt“ hin. Er lobte Dr. Yazid Shammout für seine „gelebte Völkerverständigung“, sein hohes Engagement und regte an, dass auch Deutsche nach Palästina zum Praktikum fahren. Fest steht für Reimann: „Die nächste palästinensische Delegation wird im Neustädter Rathaus empfangen.“ Und vielleicht gebe es auch irgendwann mal die Teilnahme einer palästinensischen Gruppe beim europäischen Folklore-Festival in Neustadt.

„Ach so“, „ich vermisse dich“, „alles Gute“, „passen sie auf sich auf“, „wie geht es ihnen“, die Wochentage oder Zahlen von eins bis zehn in deutscher Sprache sind nach nur fünf Wochen für Sumaya Taradat aus dem Westjordanland schon kein Problem mehr. Sie hat in Neustadt das Lübecker Marzipan besonders geschätzt aber auch das offenen Meer und den Fisch – eine Forelle hatte sie sogar selbst gefangen. Entsprechend schwer fällt ihr und ihren Kollegen der Abschied aus Deutschland: Montag geht es über Frankfurt zurück nach Amman in Jordanien.

Die Herzlichkeit, mit der die Palästinenser in Deutschland aufgenommen wurden, freute die Initiatoren besonders: Roland Bickel und seine Frau mit palästinensischer Herkunft aus dem Luftkurort Bosau hatten die Landsleute sogar zum Essen in den Luftkurort eingeladen und schnell zu guten Freunden gewonnen. Eine Friseurmeisterin aus Grömitz hatte Kontakt zu Dr. Yazid Shammout aufgenommen und angeboten, bei einem nächsten Austausch auch eine Praktikantin aus dem Friseurfach zu übernehmen. „Mit dieser spontanen Solidarität habe ich nicht gerechnet“, gestand Shammout. Auch die Patienten in den Krankenhäusern und die Bewohner in den Pflegeheimen hätten die palästinensischen Praktikanten schnell in ihre Herzen geschlossen.

Sumaya Taradat blickt mit ihren Kollegen zufrieden auf die Zeit in Norddeutschland zurück. Gemeinsam loben sie die guten sozialen Beziehungen in Deutschland, einen sehr hohen Organisationsgrad im Alltag oder das sehr flexible Personal in den Krankenhäusern. Das Wichtigste aber, was sie mitnehmen, ist der absolut professionelle Hang zur Sterilität im Neustädter Klinikum. Das erste, was Sumaya Taradat und ihre Mitpraktikanten in Palästina von dem in Deutschland gelernten umsetzen wollen, ist ein anderer Umgang mit den Patienten. Aber auch die Hygiene werde künftig eine größere Rolle spielen, ebenso wie die strikte Umsetzung des Handyverbotes und eine hohe Disziplin.

Auch beim Deutschen Pflegeverband in Berlin hat Dr. Yazid Shammout einen wichtigen Nagel für den palästinensischen Verband, den „Palästinien National Nursing Association“, eingeschlagen. Der palästinensische Verband soll vollwertiges Mitglied im Internationalen Verband werden. Noch mehr: Künftig soll mindestens eine Gruppe im Jahr aus Palästina nach Deutschland kommen, um wichtige Erfahrungen für die Arbeit zu Hause zu sammeln.

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V.i.S.d.P.: Dr.Yazid Shammout, Geschäftsführer DANA Senioreneinrichtungen GmbH, Hannover

Presse-Info über die DANA Senioreneinrichtungen GmbH

Im Mittelpunkt steht der Mensch. Die DANA Senioreneinrichtungen GmbH betreibt derzeit 19 Senioreneinrichtungen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Hauptsitz der DANA, die rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist Hannover.

DANA verbindet qualitativ hochwertige Pflege mit liebevoller Fürsorge. Neben pflegerischen Angeboten bietet DANA auch ein vielfältiges kulturelles Angebot. Vom Sommerfest bis zum gemeinsamen Singen im Advent ist alles dabei. So können die Bewohner am Gedächtnistraining oder der Musiktherapie teilnehmen. Aber auch Gymnastik und kreatives Arbeiten sind bei den alten Menschen beliebt ebenso wie gemeinsame Lese- und Spielkreise.

Weitere Informationen zu den einzelnen Einrichtungen oder Veranstaltungen erhalten Sie über die Marketingabteilung der DANA.